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Bezirksversammlung von unten

„Bezirksversammlung von unten“ Auswertung der Ideensammlung

Bei der „Bezirksversammlung von unten“ am 25. Mai vor dem Altonaer Rathaus wurden erste Ideen für eine alternative Gestaltung des Holstenareals vorgebracht. Nachdem sich der Investor Adler Group mit obskuren Geschäftsmethoden gründlich in Verruf gebracht hat, werden die politischen Karten für das große Wohnbauprojekt in Altona-Nord gerade neu gemischt. Die Initiative „knallt am dollsten“ meint: Nun ist es Zeit für eine Bürger*innenbeteiligung, die den Namen auch verdient.

Während im Rathaus die Bezirksversammlung tagte, stellten wir vor dem Gebäude gemeinsam mit anderen Initiativen aus dem Netzwerk „Recht auf Stadt“ Stellwände und Tische auf. Trotz Ferien beteiligten sich rund 80 Bürgerinnen und Bürger aus Altona und den angrenzenden Stadtteilen an dem Ratschlag. Sie repräsentierten ein breites Spektrum der Bevölkerung. Neben den aufrufenden Initiativen waren zum Beispiel vertreten: AnwohnerInnen des Baugeländes, MitgliederInnen von Baugemeinschaften, die sich auf das Holstenareal bewerben wollen, sowie auch aus der Mitte Altona, Genossinnen der fux eG ebenso wie Vertreter*innen des Stadtteilarchivs Ottensen, des Bürgertreffs Altona-Nord und weiterer Stadtteilbüros, des Bauwagenplatzes Rondenbarg sowie Einzelpersonen von Planbude, Mieter helfen Mietern usw. Die auf der Versammlung eingebrachten Vorschläge und Wünsche haben wir thematisch sortiert und wie folgt zusammengefasst:

Wichtig war den Anwesenden vor allem eine gemeinwohlorientierte Stadtteilentwicklung, die von den künftigen Bewohner*innen ausgeht. Gewünscht wird ein bezahlbares Wohnen in Häusern, die auch Platz bieten für alternative beziehungsweise generationenübergreifende Wohnformen und genossenschaftliche Bauprojekte. Auf Inklusion und Barrierefreiheit sollte geachtet werden. In dieser Hinsicht wird ein großer Mangel an geeignetem Wohnraum in Altona beklagt. Das gilt vor allem auch für Alleinerziehende.

Ideensammlung zur Entwicklung des Holsten Areals
Ideensammlung Teil 3
Ideensammlung zur Entwicklung des Holsten Areals
Ideensammlung Teil 2
Ideensammlung zur Entwicklung des Holsten Areals
Ideensammlung Teil 3

Freizeit, Kultur und Räume zur Begegnung sollen das innerstädtische Holstenquartier lebenswert machen. Gewünscht werden kulturelle Angebote auf einer eigenen Bühne, eine Bücherhalle, kleine Galerien sowie Clubs und Kneipen.

Raum für Bewegung ist auch wichtig, wobei der Inklusionsgedanke berücksichtigt werden soll: Spielplatz und Sportangebote, auch für ältere Bewohner, sogar ein Skatepark und ein Schwimmbad werden vorgeschlagen – oder wenn es auch etwas kleiner sein darf: Plätze zum Boule- oder Schachspielen.

Läden und kleinteiliges Gewerbe sollen sich am örtlichen Bedarf orientieren. Ein Markt oder eine Markthalle werden ebenso vorgeschlagen wie ein Ärztehaus. Als Teil der Infrastruktur werden eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Stellplätze oder ein Parkhaus für Fahrräder gefordert.

Baugemeinschaften sollen für 20 Prozent der Wohnungen berücksichtigt werden. Ihnen sollen nicht – wie sonst leider üblich – die schlechtesten Grundstücke beispielsweise an Bahnstrecken zugewiesen werden.

Zwei Themenschwerpunkte sind nachhaltiges Bauen und grüne, klimagerechte Architektur „statt Einheitsklötzen“. Die Böden müssen möglichst von Versiegelung verschont bleiben. Ausreichend Grün- und Parkflächen sollen Licht, Freiraum und Platz zum Atmen gewährleisten.

Politische Forderungen sind ein Mietendeckel, ein gemeinwohlorientierter Wohnungs- und Grundstücksmarkt, Vorrang des Gemeinwohls vor Profitinteressen, Erbbaurecht statt Eigentum, Bauen und Wohnen für Menschen, nicht für Investoren.

Aus den Forderungen ergeben sich für Stadt, Bezirk und Parteien wichtige Aufträge. Die Initiative „knallt am dollsten“ wird die Umsetzung begleiten und sich weiter dafür einsetzen, auf dem Holstenareal einen lebendigen, lebenswerten und bezahlbaren Wohnort zu gestalten.

Die erste Altonaer Bezirksversammlung von unten betrachten wir als einen gelungenen Auftakt. Aus den Erfahrungen wollen wir lernen. Weitere Stadtteilversammlungen sollen folgen.

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