Holsten-Areal, 22765 Hamburg hallo@knallt-am-dollsten.de

Investoren-Monopoly um das Holstenareal

Kein städtebaulicher Vertrag mit der Adler Group

Pressekonferenz der Initiative „knallt am dollsten“
Cantina Fux & Ganz, Zeiseweg/Ecke Bodenstedtstraße
Montag, 6. Dezember, 10:30 Uhr, Einlass 10 Uhr,
2G, Maskenpflicht

Bilanzbetrug, Scheinverkäufe, mögliche Zahlungsunfähigkeit: Seit Wochen sind Consus und die Adler Group, die aktuellen Eigentümer des Holstenareals, in den Schlagzeilen. Dem Investor droht eine Pleite oder Übernahme durch Vonovia. Das wäre der vierte Share Deal und Eigentümerwechsel beim Holstenareal. Fünf Jahre Investoren-Monopoly ohne absehbaren Baubeginn steuern auf einen neuen Höhepunkt zu.

Ausgerechnet in dieser Situation planen die Stadt Hamburg und der Bezirk Altona, mit Consus/Adler einen städtebaulichen Vertrag zum zukünftigen Holsten-Quartier abzuschließen. Am 23. November startete die öffentliche Auslegung des unterschriftsreifen Vertrags und des Bebauungsplans. Es bleiben nur noch wenige Wochen, um dieses jeder Vernunft spottende Unterfangen zu stoppen und einen neuen Finanzskandal à la Cum-Ex oder Wirecard zu verhindern.

Wir sagen „Stopp“ – ein Neustart und eine bessere Lösung für das Holstenareal müssen her.

Wir fordern:

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Holsten-Areal Infoveranstaltung

Keine Unterschrift unter den städtebaulichen Vertrag!

Wir kritisieren:

Das kann sich kaum einer leisten. Mieten ab 20 €/qm und Eigentum zu 10.000 €/qm.

Der Drittelmix geht an den realen Bedarfen vorbei. 50 Prozent aller Hamburgerinnen haben Anspruch auf eine geförderte Wohnung.

Nettomieten von 12,90 bzw. 14,90 € sind kaum „preisgedämpft“. Und das nur bei Erstvermietung ohne Laufzeitbindung.

Geförderte Baugemeinschaften bekommen die schlechtesten Grundstücke. Der Anteil der Baugemeinschaften für Wohnen wurde auf 13 Prozent reduziert.

Hohe Gewerbemieten verhindern eine kleinteilige, an den Bedürfnissen des Stadtteils orientierte Mischung.

So wird Altona zum Luxusquartier mit Gentrifizierung in den benachbarten Stadtteilen.

Wir fragen:

Wird das Holstenquartier nach dem Wirecard-Debakel zum nächsten Kapitel einer Skandalchronik? Olaf Scholz hat als Bürgermeister auf das Vorkaufsrecht für das Holstenareal verzichtet. Er ist in den Cum-Ex-Skandal verwickelt und für die BaFin zuständig, die die Großfusion der Adler Group gebilligt hat.

Will Adler überhaupt bauen – oder nur spekulieren? Andere Adler-Projekte stagnieren seit Jahren, z.B. „Grand Central“ in Düsseldorf.

Was wird aus dem Holstenareal, sollte Adler pleitegehen? Und wie will die Stadt dann Vertragsstrafen oder Schadenersatz eintreiben?

Will die Stadt trotz der massiven Anschuldigungen gegen den Investor mit diesem einen Vertrag abschließen? Undurchsichtige Transaktionen und Beteiligungen, Schuldenberge, Vorwurf des Bilanzbetrugs, Gefahr eines weiteren Share Deals.

Wir fordern:

Keine Unterschrift unter den städtebaulichen Vertrag mit dem Investor Consus/Adler Group. Keine Erteilung des Baurechts für den Investor.

Planungsmoratorium mit Raum für eine alternative Quartiersentwicklung und reale Beteiligung der Bürger*innen.

Kommunalisierung des Geländes für eine gemeinwohlorientierte, solidarische Stadtentwicklung. Das Quartier darf nicht den Renditeinteressen dubioser Investoren geopfert werden.

Lage Holsten Areal spitzt sich weiter zu

Die Adler Group spielt mit falschen Zahlen, wenn sie ihre Bilanzen künstlich stark aufbläht und damit Anleger täuscht.1 Darum geht es momentan in der Diskussion um den zwielichtig wirkenden Immobilien Unternehmen.

Wie konnte es passieren, dass so ein Unternehmen in Besitz des Holsten Areals kommt? Wer kontrolliert eigentlich die Investoren? Wie kann diesem Treiben ein Ende gesetzt werden?

Im Übrigen haben Deutsche Immobilien Unternehmen kein Interesse daran, dass die Adler Group zu Fall kommt.2 Es ist zu lesen, dass mehrere tausend Wohnungen der Adler Group, über dem bilanzierten Wert, abgekauft werden.3 Dass dies im Rahmen von Share Deals geschieht, müsste nicht mehr berichtet werden, denn das ist wohl gängige Praxis.

(1) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/adler-immobilien-perring-bilanz-101.html
(2) https://www.deraktionaer.de/artikel/immobilien/adler-vonovia-co-blutbad-in-der-immobilienbranche-20238891.html
(3) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/adler-group-aktie-immobilien-1.5436365

Share Deal zwischen Adler Group und LEG

Die Adler Group will von Ihrem 8 Milliarden Euro hohen Schuldenberg herunter kommen und verkauft 15.000 Wohnungen in Norddeutschland an die Konkurrenz. Und wieder einmal werden viele Millionen Euro Grunderwerbsteuer mit dem Steuertrick der Share Deals umgangen!

„In einer Sache sind sich die Firmen freilich bereits einig: LEG will die Immobilien nicht komplett kaufen, denn dann müsste das Unternehmen Dutzende Millionen Euro Grunderwerbsteuer zahlen. Stattdessen will sich LEG nur zu knapp 90 Prozent an den einzelnen Gesellschaften beteiligen, denen die Wohnungen gehören. Die restlichen gut zehn Prozent sollen je bei Adler bleiben. Solche sogenannten Share Deals sind – bei aller Kritik – in der Branche verbreitet, um die Grunderwerbsteuer zu umgehen.“

(https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/adler-group-aktie-immobilien-1.5436365)

Video zur Diskussionsveranstaltung "Kein Grund zum Jubeln."

Videostream: Holstenareal – kein Grund zum Jubeln

Videostream zur Diskussionsveranstaltung vom 17. August 2021 aus der Aula der Louise Schröder Schule in Altona

Auf dem Podium:
Dr. Andreas Pfadt, HafenCity Universität, Fachbereich Stadtplanung +++ Heike Sudmann, MdHB DIE LINKE, stadtentwicklungspolitische Sprecherin +++ Theo Bruns, Holstenareal-Initiative „knallt am dollsten“ +++ Niels Boeing, Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg +++ Petra Barz, fux eG, Moderation